Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘

Mit dem Energieausweis versteckte Kosten sparen

Dienstag, den 26. Juli 2011

Energiesparen ist seit Jahren ein Zauberwort in umwelt- und wirtschaftspolitischen Debatten. Mittlerweile sind viele Förderungsprogramme zur energetischen Gebäudesanierung aufgelegt worden, doch der tatsächliche Energieverbrauch und der noch vorhandene Sanierungsbedarf sind von Gebäude zu Gebäude immer noch sehr unterschiedlich. Kaufinteressenten und Mieter hatten lange Zeit keine Möglichkeit, sich hierüber verlässliche Informationen zu beschaffen. Seit 2009 ist die Erstellung eines Energieausweises bei Bau, Umbau oder Erweiterung eines Gebäudes verpflichtend. Der Ausweis dient dazu, den Energiebedarf eines Hauses oder einer Wohnung zu dokumentieren, um so Auskunft über Energiekosten und Möglichkeiten der Energieeinsparung zu geben. Grundlage der energetischen Bewertung eines Gebäudes ist der Energiebedarf. Bei Bauten, die vor der Wärmeschutzverordnung von 1977 errichtet wurden, kann alternativ auch der Energieverbrauch herangezogen werden. Interessenten bzw. Käufern, Pächtern und Mietern eines Hauses oder einer Wohnung ist der Energieausweis auf Verlangen zugänglich zu machen. Hiervon ausgenommen sind lediglich Baudenkmäler und Gebäude mit einer Fläche von weniger als 50 Quadratmetern. Energieausweise werden von Spezialisten in den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Elektro- und Gebäudetechnik ausgestellt. Viele Handwerksbetriebe haben hierzu die staatliche Berechtigung erworben oder verfügen über staatlich anerkannte Prüfer.

Foto (Thorben Wengert / pixelio.de)

Für Mieter und Kaufinteressenten schafft der Energieausweis Transparenz in Bezug auf Energiebilanz einer Wohnung oder eines Hauses. Bei ständig steigenden Energiepreisen machen die Heizkosten einen immer größeren Anteil der Nebenkosten aus. Da macht es Sinn, vor dem Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrags einen sehr genauen Blick auf den Energieausweis zu werfen. Bei einer günstigen Energiebilanz kann man mit weniger Nebenkosten und zudem noch mit einem deutlich angenehmeren Wohnkomfort rechnen. Fällt die Energiebilanz weniger gut aus, könnten Nachbesserungen oder gar eine energetische Sanierung erforderlich werden. Denn bei schlecht gedämmten Dächern, Wänden und Fenstern können die Energiekosten schnell ins Unermessliche steigen. Genau diese baufälligen Stellen nimmt der Energieausweis genauer unter die Lupe und bewertet die Energiebilanz eines Gebäudes auf einer Farbskala. Darüber hinaus wird im Energieausweis der Sanierungsbedarf eines Gebäudes aufgeführt, so dass man als Käufer schnell einen Überblick über erforderliche Maßnahmen und Kosten gewinnen kann. Für Bauten, die bereits saniert wurden sowie für Neubauten wird kein Sanierungsbedarf aufgeführt.

Den Energieausweis gibt es, wie oben erwähnt, in zwei Varianten. Beim Verbrauchsausweis wird der tatsächliche Energieverbrauch einer Wohnung oder eines Gebäudes an Hand der Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre ermittelt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass es nur das Heizverhalten, nicht aber den baulichen und energetischen Zustand eines Gebäudes berücksichtigt. Daher ist für neuere Häuser und Wohnungen der Bedarfsausweis vorgeschrieben. Für den Bedarfsausweis nehmen staatlich geprüfte Energieexperten das betreffende Gebäude genau unter die Lupe und ermitteln nach neuesten wissenschaftlichen Standards den Energiebedarf des Gebäudes oder der Wohnung. Mit dem Bedarfsausweis bekommt der Mieter oder Käufer verlässliche Informationen, die unabhängig davon sind, ob jemand wenig oder viel heizt, sondern sich am baulichen Zustand orientieren. Der Energieausweis ist also ein wichtiger und verlässlicher Indikator, an dem man die zu erwartenden Heizkosten für ein Gebäude oder eine Wohnung ebenso ablesen kann, wie mögliche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, um die Energiebilanz zu verbessern.

Energieausweis in der Schweiz

Montag, den 24. August 2009

Ab und an ist es ja ganz sinnvoll, auch einmal über den Tellerrand zu spähen, was so in den Nachbarländern zur Thematik Energie sparen und Energieausweis diskutiert wird.  Ich habe einen interessanten Artikel über die Energieausweis-Einführung in der Schweiz entdeckt.  Daran find eich spannend, wie man von Seiten der Regierung die Einführung des Energieausweises dadurch unterstützt hat, dass die ersten Ausweiskäufer mit einem staatlichen Zuschuss von immerhin 200 Franken rechnen konnten. Auch wenn es nur ein kleiner Teil des Gesamtpreises ist, scheint der Anreiz doch gefruchtet zu haben. Oder ist es lediglich eine Mitnahmeprämie, da die Käufer den Ausweis ohnehin bestellt hätten?

Veranstaltung zum Energieausweis

Montag, den 6. Juli 2009

Hier mal wieder ein Hinweis auf eine Informationsveranstaltung zum Thema Energieausweis. Unter dem Motto “Energiefresser oder Effizienzkönig” gibt es am 15 Juli ab 19 Uhr in Bad Rappenau im Servicecenter am Kirchplatz 9 eine Veranstaltung rund um den Energieausweis. Der Eintritt ist frei. Erläutert werden beide Energieausweisformen sowie ihre Vor- und Nachteile.

Mieter müssen Energieverbrauch nennen

Freitag, den 3. Juli 2009

N24 berichtet aktuell von einem Urteil des Landgerichts Karlsruhe. darin geht es um einen Fall, bei dem der Vermieter einen Energieausweis für sein Haus beantragen wollte und deshalb die Mieter um Auskunft bezüglich ihres Verbrauchs in den letzten Jahren bat. diese Angaben sind bei der Erstellung eines sog. Verbrauchsausweises notwendig. Da die Mieter sich weigerten, die angaben an den Vermieter mitzuteilen, klagte dieser und bekam Recht. Die Richter sehen es als notwendig an, dass die Mieter die Verbrauchsangaben an den Vermieter herausgeben. Wer diesen Konflikt umgehen will, kann natürlich auch einen Bedarfsausweis beantragen, der die alten Verbrauchswerte nicht benötigt.

Energieausweis für Nichtwohngebäude in Kraft

Mittwoch, den 1. Juli 2009

Zum heutigen 1. Juli gilt auch die Pflicht für Energieausweise für Nichtwohngebäude.  Dabei ist zu beachten, dass es sich um Gebäude mit mehr als 1000 qm Nutzfläche handelt, in denen Menschen öffentliche Dienstleistungen mit entsprechendem Besucheraufkommen erbringen. Dabei soll der Energieausweis so öffentlich ausgehangen werden,dass Besucher ihn zur Kenntnis nehmen.  Von der Regelung sind insbesondere Behörden und öffentliche Gebäude wie Schulen, Kitas oder Bibliotheken betroffen. Die Einführung für Nichtwohngebäude ist der vorerst letzte Schritt der Energieausweis-Einführung.

Energieausweis-Gedanken

Dienstag, den 30. Juni 2009

Der Kölner Stadtanzeiger hat sich Gedanken dazu gemacht, ob ein Energieausweis für Nichtwohngebäude überhaupt sinnvoll ist.  Hier findet sich der Energieausweis-Artikel. Dabei wird darauf hingewiesen, dass man es nicht einfach als Beamtenbeschäftigungsmaßnahme abtun sollte, da das Thema Umwelt dafür zu wichtig ist.  Ich hätte das Thema “sichtbares Anbringen” und Pflicht vielleicht noch etwas auseinander dividiert. Denn es geht meiner ansicht nach weniger um Besucher, als darum, dass der Betreiber durch den Ausweis sensibilisiert werden soll, dass er durch einen höhere Energieeffizienz Geld sparen kann.

Energieausweise Mangelware bei den Öffentlichen

Montag, den 8. Juni 2009

Die Deutesche Energie Agentur (dena) berichtet in einer aktuellen Untersuchung, dass 75% der öffentlichen Gebäude über 100qm mit Publikumsverkehr  noch ohne Energieausweis sind. Das wirft kein gutes Licht auf die öffentliche Verwaltung. Bis zum 1. juli 2009 müssen auch nichtwohngebäude mit einem Energieausweis ausgestattet werden. Ob aber die öffentliche Verwaltung dieses Ziel beim derzeitigen stand noch einhalten kann, ist zumindest fraglich. Interessant aist auch die Verteilung von Bedarfs- und Verbrauchsausweis bei öffentlichen gebäuden. So verfügen rund 40% über einen Bedarfsausweis und 60% über einen verbrauchsorientierten Ausweis.

Die Eiswette läuft

Donnerstag, den 4. Juni 2009

In Moosbach läuft derzeit die sogenannte Eiswette. Dabei handelt es sich um ein praktisches Beispiel moderner Dämmtechnik am Haus. In dem gedämmten Haus lagert Eis. die Wette geht darum, wie viel von dem Eis noch vorhanden sein wird, wenn die Wette am 21. juni ausläuft. Einen schönen beitrag zu dem Eishausprojekt gibt es bei fnweb.

Generell ist die Idee ja nicht neu, Eis mittels Dämmung am Schmelzen zu hindern. So deckt man derzeit den Zugspitz-Gletscher bereits zum 17. Mal ab, um das Abschmelzen durch die Sonne im sommer zu verringern. Aber anhand des Eises wird der praktische Nutzen von moderner Dämmung im Hausbaubereich optisch besonders deutlich. Energieeinsparung ist halt auf Fotos sonst nur schwer gut darzustellen.

Betrug beim kfW-Energieklassen-Bau

Freitag, den 29. Mai 2009

Die FAZ berichtet über Probleme bei von der kfW-Banknegruppe geförderten Projekten im Bereich energieeffizientes Bauen. offensichtlich werdne Fördergelder eingestrichen, aber die Häuser erfüllen hinterher nicht die notwendigen Normen. Ich bin gespannt, ob es zu einer Prozesslawine diesbezüglich kommt. Falls beispielsweise die Häuser von einem bauträger errichtet wurden, hätten ja die zukünftigen eigentümer ein starkes Interesse daran, dass die Gebäude die Werte erfüllen, um entsprechend energieeffizient wohnen zu können. Deshalb könnte es gerade bei größeren Bauprojekten noch Ärger geben.

Neue Gütesiegel im Baubereich

Montag, den 25. Mai 2009

Bei daily green findet sich eine gute Übersicht über die Vielzahl neuer Gütesiegel, die meist vor dem Hintergrund der Einführung des Energieausweises entstanden sind, un dfür eine bessere Übersicht beim Verbraucher sorgen sollen. Ich bezweifele zwar, dass der normale Verbraucher bei den Gütesiegeln wirklich noch durchblickt, aber gerade deshalb finde ich es schön, wenn sich jemand des Themas annimmt.